Krantermine sind in vielen Häfen der Punkt, an dem die meisten Telefonate anfallen. Im Frühjahr wollen alle gleichzeitig ins Wasser, im Herbst alle gleichzeitig raus. Dazwischen kommen die Einzeltermine: Motor raus, Unterwasserschiff, Gutachter. Wer das gut organisiert, spart sich in der Saison Stunden am Telefon.

Zwei Betriebsarten: Slipptag und Einzeltermin

Die meisten Vereine fahren zwei Modelle nebeneinander:

  • Slipptage im Frühjahr und Herbst: An zwei bis vier Samstagen wird im Akkord gekrant, 20 bis 40 Boote am Tag. Hier zählt die Reihenfolge, nicht die Uhrzeit.
  • Einzeltermine in der Saison: Ein Boot, ein Zeitfenster, meist eine halbe bis eine Stunde. Hier zählt die Uhrzeit.

Beides gehört in denselben Kalender, sonst wird ein Einzeltermin auf einen Slipptag gelegt und der Kranführer erfährt es am Morgen.

Das Zeitfenster festlegen

Ein Krantermin braucht eine Dauer. Kran ans Boot, Gurte, heben, absetzen, Gurte lösen: Bei geübten Leuten sind das 30 Minuten, bei einem 12-Meter-Boot mit unbekanntem Gurtpunkt eine Stunde. Sinnvoll ist ein Standardfenster, das der Hafen kennt, und die Möglichkeit, es für einzelne Termine zu verlängern.

Wichtig ist auch die Rüstzeit zwischen zwei Terminen. Wer Termine ohne Pause aneinanderlegt, hat ab dem dritten Boot Verzug und ab dem fünften Streit am Kran.

Die Anfrage: schriftlich, nicht vom Steg aus zugerufen

„Kannst du mich Samstag rausheben?" über den Steg gerufen ist keine Buchung. Der Skipper glaubt, er hat einen Termin, der Hafenmeister hat es vergessen. Besser ist ein fester Weg: Anfrage per Formular, E-Mail oder App mit Bootsname, Wunschtag, Wunschzeit und Zweck. Der Hafen bestätigt oder schlägt einen anderen Termin vor. Erst die Bestätigung ist der Termin.

Der Vorteil eines festen Wegs: Es gibt eine Liste offener Anfragen, die man abends in fünf Minuten abarbeitet, statt zehn Anrufe über den Tag verteilt.

Sperrzeiten eintragen

Der Kran ist nicht immer verfügbar: Wartung, TÜV, Kranführer im Urlaub, Regatta am Wochenende, Wind über sechs Beaufort. Diese Zeiten gehören vorher in den Kalender, damit gar nicht erst angefragt wird. Wer Sperrzeiten im Kopf hat, sagt sie erst ab, wenn der Skipper schon mit dem Trailer auf dem Platz steht.

Der Kranplan muss sichtbar sein

Drei Personen brauchen denselben Stand:

  1. Der Kranführer, meist ein Ehrenamtlicher, der am Freitagabend wissen will, was Samstag ansteht. Am besten im eigenen Handy-Kalender.
  2. Das Hafenbüro, das am Telefon Auskunft gibt. Ein Monitor mit der Wochenansicht an der Wand beantwortet 80 Prozent der Anfragen, bevor jemand nachfragen muss.
  3. Der Skipper, der wissen will, ob sein Termin bestätigt ist und wann er da sein muss.

Wenn diese drei verschiedene Stände haben, entstehen die Samstagmorgen-Diskussionen.

Was zum Termin dokumentiert gehört

  • Boot, Länge, Gewicht, Gurtpunkte
  • Zweck: Einwassern, Auswassern, Unterwasserarbeiten
  • Wer krant, wer einweist
  • Ob der Bock oder Trailer steht
  • Preis, falls der Kran nach Hub abgerechnet wird

Die Gurtpunkte sind ein Klassiker: Steht am Boot, wo die Gurte hin müssen, spart das bei jedem Hub zehn Minuten Diskussion. Einmal notieren, jedes Jahr nutzen.

Absagen und Verschieben

Wetter, Krankheit, Motor nicht fertig: Termine wandern. Sinnvoll ist, dass der Skipper seinen eigenen Termin absagen kann, ohne anrufen zu müssen, und dass der Hafen einen Termin verschieben kann, ohne die Historie zu verlieren. Wer mehrfach kurzfristig absagt, sollte sichtbar sein. Manche Vereine berechnen bei Absage unter 24 Stunden eine Ausfallpauschale, wenn das in der Kranordnung steht.

Abrechnung nicht vergessen

Beim Slipptag rechnet der Verein oft pauschal ab, bei Einzelterminen pro Hub. Der Termin ist erledigt, wenn er im Kalender als gekrant steht und die Position auf der Rechnung des Kunden liegt. Ein Termin, der nur im Kalender steht, ist Umsatz, der beim Jahresabschluss fehlt.

Weitere Ratgeber